Gegen andere Spieler in einem Wettkampf zu spielen ist für viele Spieler einer der interessantesten Aspekte an Magic: The Gathering. Das große und umfangreiche System, in dem du Magic organisiert spielen kannst, gibt dir viele verschiedene Optionen, dein Können zu beweisen. Bevor du den ersten Schritt ins organisierte Spiel machst, solltest du dich mit einigen wichtigen Grundregeln und den verschiedenen Turniertypen vertraut machen.
Bei den meisten Veranstaltungen spielst du mit deinem Gegner eine Reihe von Spielen – ein Match genannt – um den Sieger zu bestimmen. Die meisten Matches werden auf zwei von drei Partien gespielt; der erste Spieler, der also zwei Partien gewinnt, gewinnt auch das Match.
In Ligen kannst du auf relativ ungezwungene Weise spielen und doch gegen andere Spieler antreten. Meistens findest du eine ArenaTM-Liga in einem Spieleladen in deiner Nähe. Ligen haben kein so strenges System, gegen wen du wann und wo antreten musst, und du kannst so viele Matches spielen, wie du möchtest.
Turniere sind die beliebtesten Wettkämpfe. Turniere gehen meist über mehrere Runden, aber dauern normalerweise nicht länger als einen Tag. Turnierpartien haben ein Zeitlimit, das in den meisten Fällen etwa eine Stunde beträgt. Die Paarungen – gegen wen du in jeder Runde spielst – werden vom Turnierveranstalter bestimmt. Die meisten Turniere folgen einem dieser beiden Schemata: KO-System oder Schweizer System.
Das KO-System ist wohl die einfachste Methode, einen Turnierplan zu erstellen. Wenn du ein Match verloren hast, bist du aus dem Turnier ausgeschieden. Ein Turnier im KO-System hat genau so viele Runden, wie es braucht, um den Sieger zu bestimmen – dies ist dann der Spieler, der alle seine Spiele gewonnen hat.

Das Schweizer System erlaubt es Spielern, auch nach einer Niederlage weiterzuspielen. Das bedeutet, dass es möglich ist, das Turnier zu gewinnen, auch wenn du ein oder zwei deiner Matches verloren hast. Spieler, die ungefähr gleichviele Siege und Niederlagen haben, werden gegeneinander gelost. Nach den Runden im Schweizer System kommen normalerweise die besten 8 Spieler weiter und spielen den Sieger dann im KO-System aus.
Der Begriff Format bezieht sich darauf, was für eine Art Deck du spielen darfst – und wann du dein Deck zusammenstellen sollst. Im Constructed-Format bringst du dein eigenes Deck zum Turnier mit, das du aus beliebigen Magic-Karten, die dir gehören, zusammengestellt hast. In Limited-Turnieren hat jeder Spieler die selbe Anzahl ungeöffnete Boosterpacks oder Turnierpackungen zur Verfügung und muss sich sein Deck aus nur diesen Karten zusammenbauen.
Constructed
Wenn du zu einem Constructed-Turnier gehst, musst du dein Deck bereits vorher gebastelt haben. (Du kannst das Deck auch nicht verändern, sobald du mit dem Turnier angefangen hast.) Du kannst ein Constructed-Deck aus allen Karten, die du besitzt, zusammenstellen, aber die meisten Formate lassen dich nur Karten aus bestimmten Erweiterungen verwenden.
Ein Constructed-Deck besteht aus mindestens sechzig Karten, und es darf keine Karte außer Standardländern mehr als vier Mal enthalten. Du kannst ein Sideboard mit 15 Karten im Constructed-Turnier verwenden. Nach der ersten Partie in eurem Match kannst du Karten aus deinem Sideboard mit Karten aus deinem Deck austauschen. Dadurch kannst du dein Deck besser gegen das Deck deines Gegners wappnen.
Die häufigsten Constructed-Formate sind Standard und Block-Constructed.
Standard. Das Standardformat ist das beliebteste Format weltweit. Es verwendet das aktuelle Haupt-Set und die zwei letzten Blocks. Das Format ändert sich also, wenn neue Erweiterungen veröffentlicht werden. Um das gerade gültige Format herauszufinden kannst du auf der Internetseite der DCITM unter www.wizards.com/DCI nachschauen oder deinen Turnierorganisator fragen.
Block-Constructed. Ein Block-Constructed-Format verwendet nur Karten aus einem sogenannten Block – einer großen Erweiterung und den dazugehörigen beiden kleinen Erweiterungen (sobald sie veröffentlicht wurden). Zum Beispiel verwenden Decks im AufmarschTM Block-Constructed nur Karten aus dem Aufmarsch-Block, also den Sets Aufmarsch, LegionenTM und PlagenTM.
Limited
Wenn du in einem Limited-Turnier spielst, gehört das Basteln deines Decks mit zum Wettbewerb. Du musst dir ein Deck zusammenstellen, und du hast nur die Karten zur Verfügung, die du für das Turnier bekommst (und hinterher behalten darfst).
Normalerweise gibt es ein Zeitlimit, um dein Deck zu bauen. Ein Limited-Deck besteht aus mindestens vierzig Karten. Du kannst jede Karte so oft spielen, wie du sie hast. In einer Limited-Umgebung sind alle Karten, die du nicht in deinem Deck hast, dein Sideboard. Du kannst dein Deck nach der ersten Partie eines Matches ändern, aber du musst dein Deck zu Beginn jedes Matches wieder in den ursprünglichen Zustand bringen.
Die drei häufigsten Limited-Formate sind Sealed Deck, Boosterdraft und Rochesterdraft.
Sealed Deck. Sealed Deck ist das Format, das für Anfänger am ehesten geeignet ist. Du öffnest deine Karten und bastelst so gut du kannst ein Deck aus ihnen. In den meisten Sealed Deck-Wettbewerben erhältst du eine Turnierpackung und zwei Boosterpacks.
Boosterdraft. Ein Boosterdraft ist etwas komplizierter als Sealed Deck. In einem Boosterdraft spielen normalerweise acht Spieler. Jeder Spieler am Tisch hat am Anfang drei ungeöffnete Boosterpackungen vor sich liegen. Doch statt einfach die Booster zu öffnen und aus den Karten ein Deck zu bauen, draftest du mit den anderen Spielern die Karten für eure Decks.
Wenn ihr den Boosterdraft startet, öffnet jeder Spieler eine seiner Packungen und nimmt sich diejenige Karte heraus, die er haben will. (Du bekommst die Karten, die die anderen Spieler draften, nicht zu sehen.) Dann gibt jeder Spieler die restlichen Karten an den Spieler zu seiner Linken weiter. Du nimmst dir den Stapel, der zu dir geschoben wurde, suchst dir eine Karte heraus und gibst den Rest wieder nach links weiter. Dies geht solange, bis alle Karten einen Besitzer gefunden haben.
Als nächstes öffnet jeder Spieler seinen zweiten Booster, aber diesmal werden die verbleibenden Karten nach rechts weitergegeben. Nachdem alle Karten gedraftet wurden, wird der dritte Booster geöffnet, und diesmal wieder nach links gereicht. Am Ende des Drafts haben alle Spieler fünfundvierzig Karten – und beliebige viele Standardländer – zum Deckbauen.
Rochesterdraft. Der Rochesterdraft ähnelt dem Boosterdraft, aber es gibt einige wichtige Unterschiede. Anstatt dass jeder Spieler gleichzeitig einen Booster öffnet, ist zu jedem Zeitpunkt immer nur genau eine Packung offen. Die Karten dieser Packung werden offen auf den Tisch gelegt, so dass alle Spieler sehen können, welche Karten im Angebot sind. Die Draftreihenfolge wird zudem umgedreht, nachdem jeder am Tisch sich eine Karte dieser Packung genommen hat.
Zur Verdeutlichung gehen wir von einem Rochesterdraft mit acht Spielern aus, die im Uhrzeigersinn durchnummeriert um den Tisch herum sitzen. Spieler 1 öffnet den Booster und legt die Karten auf den Tisch. Nachdem alle Spieler Zeit hatten, sich die Karten anzuschauen, wählt Spieler 1 eine Karte. Dann ist Spieler 2 an der Reihe und so weiter.
Nachdem Spieler 8 – die Person rechts vom Spieler, der den Booster aufgemacht hat – sich eine Karte genommen hat, nimmt er sich eine zweite Karte, und das Draften geht gegen den Uhrzeigersinn weiter, bis alle Karten weg sind. (Da in jedem Boosterpack nur fünfzehn Karten sind, bekommt der Spieler, der ihn aufgemacht hat, keine zweite Karte aus ihm.)
Spieler 2 öffnet dann die nächste Packung, und damit erhält Spieler 1 die achte und neunte Auswahl aus diesem Booster. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis jeder am Tisch eine Boosterpackung geöffnet hat. Dann öffnet Spieler 8 seinen zweiten Booster, aber diesmal wird rechtsherum gedraftet. Dann öffnet Spieler 7 eine Packung, und so weiter. Spieler 1 ist der Erste, der seinen dritten Booster öffnet, und die dritte Serie wird wieder linksherum gedraftet.
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