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Die Gilden von Ravnica

Das Set Ravnica: Staddt der Gilden spielt in einer sehr alten Welt, deren dichtbevölkerte Städte im Verlauf der Jahrtausende zu einer einzigen, riesigen Stadt zusammengewachsen sind. Die verschiedenen Teile dieser Stadtwelt werden von so genannten „Gilden“ beherrscht. Diese Bünde verkörpern jeweils zwei Farben der Magie, und an der Kombination lassen sich Glaube und Ziel der Gilde leicht ablesen. Vier dieser Gilden spielen die Hauptrolle in Ravnica: Stadt der Gilden, die anderen werden später im Ravnica-Block auftauchen.

Du kannst erkennen, ob eine Karte zu einer Gilde gehört, indem du nach dem Gildensymbol in der Textbox der Karte schaust. Eine rot-weiße mehrfarbige Karte gehört natürlich zur Boros-Gilde. Dies gilt genauso für eine rote Kreatur, die eine weiße aktivierte Fähigkeit hat, und auch für eine weiße Karte, die wissen will, ob du rotes Mana bezahlt hast, als du sie gespielt hast. Du findest das Boros-Symbol zudem auf roten und weißen Karten, die den Mechanismus Ausstrahlung haben. Dies soll anzeigen, dass diese Kreaturen und Zauber zu dieser Gilde gehören, auch wenn sie nur eine einzelne Farbe haben. Die Symbole haben keinen Einfluss aufs Spielgeschehen. Aber in einer Welt, in der Allianzen so eine große Rolle spielen, ist es gut zu wissen, wen man vor sich hat.

1 Kommen im Set Ravnica: Stadt der Gilden vor.
2 Kommen im Set Der Gildenbund vor.
3 Kommen im Set Zwietracht vor.

a Kommen im Set Rückkehr nach Ravnica vor.
b Kommen im Set Gildensturm vor.

Der Azorius-Senat 3a

Prahv, der uralte Gerichtssitz der Azorius, ist der kälteste Ort auf ganz Ravnica. In einem stillen Gemach weit über der Stadt sitzt der ehrwürdige Augustin IV, der zurzeit das Amt des Obersten Schiedsmannes der Azorius inne hat. Wie bei zahllosen Schiedsmännern vor ihm ist auch Augustins Name ein Ehrenname, mit dem er einen der berühmten Schiedsmänner der Vergangenheit ehrt. In dieser hierarchisch aufgebauten und bürokratischen Gilde gelten Tradition, Stabilität und das Gesetz. Selbst die Feldmarschalle der Azorius erlassen manchmal lieber Gesetze gegen ihre Feinde, anstatt sie zu bekämpfen. Warum sollte man sich auch die schöne, glänzende Rüstung beschmutzen? Viele Bürger von Ravnica haben vergessen, dass die Azorius die offizielle Regierung von Ravnica bilden. Man kann es ihnen kaum verdenken, da die Gilde nur darauf ausgerichtet zu sein scheint, Dinge zu verhindern.

Das Orzhov-Syndikat 2b

Um die Orzhov zu finden, muss man nur dem Geld folgen, sagt eine Redewendung. Die sogenannte Gilde des Handels umfasst die reichsten Bürger der Stadt — aber auch die ärmsten. Auf den höchsten Posten der Gilde sitzen die Patriarchen, deren Reichtum und Previlegien grenzenlos sind. Das Geld, das ihr Wucher ihnen einbringt, ermöglicht ihnen ein längeres Leben, während dessen sie aufgeschwemmt und grau werden. Es sorgt meist sogar für ein Leben nach dem Tod: Die Geister alter Patriarchen kümmern sich auch noch aus dem Grab um „die Geschäfte“. Ganz unten in der Gilde sind dagegen die Knechte und Diener, die von erdrückenden Schulden praktisch versklavt wurden — egal ob es ihre eigenen Schulden oder die von Eltern oder entfernten Verwandten waren. Diese zerbrechliche Struktur wird durch eine Fassade aus religiösem Pomp und Ritualen zusammengehalten, auch wenn viele spotten, dass die Orzhov keinem anderen Gott als dem der Münzen dienen.

Das Haus Dimir 1b,

die Ungesehenen, die Zehnte Gilde — eine Erzählung, ein Märchen, das Kindern erzählt wird, damit sie brav sind. Wenn man den Geschichten Glauben schenken darf, wohnte der Vampirfürst Szadek als zehnter geheimer Unterzeichner dem Gildenbund bei, aber seine Anwesenheit, ja selbst seine Existenz wurde vor allen geheim gehalten. Über die Jahrtausende entwickelten sich immer ausgeschmücktere Geistergeschichten über die Dimir, in denen von uralten untoten Geisterbeschwörern, geisterhaften Meuchlern und schwarzen Schrecken, die sich durch das endlose Labyrinth der Abwasserkanäle unter der Stadt bewegen, erzählt wird. Wenn man den argwöhnischeren und paranoiden Einwohnern Ravnicas lange genug zuhört, könnte man fast glauben, dass die Agenten des Hauses Dimir überall stecken und Szadek als Augen und Ohren dienen.

Die Izzet 2a

sind extrem unbeständig — im wahrsten Sinne des Wortes. Aber sie sorgen dafür, dass in Ravnica alles am Laufen ist, von den Heizkraftwerken bis zum Abwassersystem. Sie sind die unangefochtenen Meister der Zauberkunst und der Erfindungen in Ravnica, und vor allem die einzige Gilde, die sich mit der Metamagie beschäftigt: der Art und Weise, wie Magie funktioniert. Die Gilde wird von dem launenhaften, aber unfassbar genialen Drachen Niv-Mizzet geleitet, und ihre Magier erschaffen und zerstören endlose Gegenstände, um neue Entdeckungen zu machen. Die Izzet sind Meister der Elementarmagie und verwenden daher Elemente, um ihr Labore zu bewachen und ihre Turbinen anzutreiben. Es gelang ihnen sogar, Elementare zu kreuzen — mit Seltsamkeiten als Ergebnis. Anders als die restlichen Gilden liegt den Izzet nichts an Macht, Herrschaft oder Reichtum. Das einzige, was sie interessiert, ist Wissen — endloses Wissen.

Der Kult von Rakdos 3a

Wer zum ersten Mal in Ravnica ist, könnte sich fragen, warum der Kult von Rakdos nicht schon vor Jahrtausenden von den anderen Gilden ausradiert wurde. Denn welcher Nutzen könnte von einer Gruppe von Dämonenanbetern schon ausgehen, die aus Spaß und mit Freude töten? Mehr, als man denkt, wie sich herausgestellt hat. Denn diejenigen Gilden, die sich an das Recht halten, wenden sich an die Rakdos, wenn ein Hindernis entfernt oder ein unangenehmer Kunde unterhalten werden soll. Die Meuchler der Rakdos hinterlassen zwar meistens eine ziemliche Schweinerei, aber sie arbeiten mit Enthusiasmus, und viele Ravnicaner behaupten, dass die Restaurants und Nachtclubs, die von Mitgliedern des Dämonenkultes geführt werden, die besten in der Stadt sind. Und was ist mit dem Dämonen Rakdos? Zum Glück für den Rest von Ravnica verbringt er den größten Teil seiner Zeit tief unten in seinem Palast Rix Maadi und vergnügt sich dort mit unaussprechlichen Folterungen und anderen „Vergnügungen“.

Die Golgari 1a

glauben, dass du nicht wirklich leben kannst, bis du stirbst. Für sie gibt der Tod dem Leben eine Bedeutung, und aus dem Tod entwickelt sich neues Leben. Mit ihrer riesigen Menge an Untoten, die ihnen als stehende Armee und Arbeitskräfte dienen, operieren die Golgari in der Unterstadt von Ravnica und übernehmen nach und nach die verlassenen und heruntergekommenen Gegenden wie stinkender, schleimiger Schimmelpilz. Diese Gilde zerfällt in viele kleine Gruppierungen, von Dunkelelfen zu untoten Abscheulichkeiten aus pflanzlichem Material und Fleisch. Die Anführerschaft der Gilde ist immer umkämpft. Ein Trio von Gorgos, die als Schwestern des steinernen Todes bekannt sind, dienen seit einem Jahrhundert als Orakel und Anführer der Gilde, aber die Dunkelelfen-Hexenmeisterin Savra hat den Thron der Golgari schon ins Auge gefasst. Und Savra bekommt normalerweise, was sie will.

Die Gruul-Clans 2b

Es ist nicht anzunehmen, dass sich die Gruul die Zeit nehmen (oder ihren Wortschatz genügend erweitern) würden, um dies zu erklären, aber für sie ist Zivilisation ein Hohn, ein ausgeklügelter Käfig, der das Verlangen unterdrückt und die Schwachen mächtig erscheinen lässt. Die Gruul leben für den Augenblick, und sie „ermuntern“ andere, dies auch zu tun. Einst waren sie eine starke Gilde, aber inzwischen sind sie eher ein lockerer Zusammenschluss von Bettlern, Straßenbanden und Einbrechergruppen. Die größte dieser Banden hat auch den größten Anführer: Borborygmos, ein riesiger Zyklop, der bekannt dafür ist, dass er abweichende Meinungen (und anderes) einfach zerquetscht. Gruulbanden überleben, indem sie Wohngebiete ausrauben und niederbrennen und sich dann in den Ruinen niederlassen. Sobald die erbeuteten Vorräte zur Neige gehen, ist es Zeit für einen weiteren Überfall.

Die Boros-Legion 1b

glaubt an ein höheres Recht — einem, dessen Rechtschaffenheit Feuer ist und dessen Gerechtigkeit sich im Flackern der Flammen spiegelt. Die Boros, die vom Engel Razia angeführt werden, sind Ravnicas herausragendste militärische Streitkraft. Es würde Selbstmord bedeuten, sich direkt mit dieser Legion anzulegen — es gibt keine begabteren und wilderen Kämpfer auf dieser Welt. Bei den Boros wird nicht lange gefackelt — genaue Analysen und Zweifel überlassen sie anderen. Vielleicht ist dies der Grund, warum der Bund der Wojeks, ein Teil der Gilde, auserwählt wurde, sich um die Einhaltung der Gesetze in Ravnica zu kümmern. Ihr unerschütterlicher Glaube an die Gerechtigkeit macht sie flink und effektiv darin, Konflikte zu unterbinden.

Das Selesnija-Konklave 1a

„Sobald du bei uns bist, bist du einer von uns. Bis dahin bist du verloren.“ So sprach der Wolfreiter und Evangelist Tolsimir, ein Agent des Selesnija-Konklaves. Aber diese Worte könnte jeder in der Gilde gesprochen haben. Abhängig vom Blickwinkel ist das Konklave entweder eine selbstlose, pflegende, spirituelle Gruppe oder ein gehirnwaschender Naturkult. Die Gilde wächst, indem sie fleißig Mitglieder rekrutiert und Außenseiter in ihre Mitte aufnimmt. Ihre Struktur ist fast ganz dezentralisiert — eine große Versammlung von Wesen, die sich teilweise ein Bewusstsein teilen, bestimmt das Konklave. Das Hauptquartier der Selesnija-Gilde ist im uralten Baum Vitu-Ghazi, der in der Mitte von Ravnicas ältestem und größtem Distrikt steht.

Die Simic 3b

Was geschieht mit den Bewahrern der Wildnis in einer Welt, in der die Wildnis bis zum letzten gezähmt worden ist? Dabei kommt einem immer wieder die kuriose Geschichte des Simic-Kombinats in den Sinn: eine Gruppe von Elfen und Lehrmeistern, die beauftragt worden waren, die Natur in Ravnica zu erhalten. Doch in der Stadt, die die ganze Welt überzog, wurde Natur geformt und eingedämmt, und das entsprach auch der Idee der Simic. Mit immer seltsameren Methoden veränderten die Simic die Natur, so dass sie sich in einer Welt behaupten konnte, die immer mehr von behauenem Stein überdeckt wurde. Sie begannen, die Biologie zu „verbessern“ und der Evolution nachzuhelfen. Die neueste Errungenschaft stammt vom Simic-Weisen Momir Vig, einem Genie der Analyse, dessen Gehirn nach einer Art formalisierter Intuition arbeitet. Vig erschuf Zytoplasma, eine anpassbare Biomasse, die anderes Leben verbessern kann.


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